Eine flackernde Straßenlaterne leuchtet in das vom Schatten verschlungene Eck.
Der Mann greift in die Innentasche seiner Lederjacke. Er zückt ein kleines Buch mit schwarzem Umschlag.
Seine kalten Finger gleiten über das Buch. Langsam öffnet er es.
Die Seiten des Buches sind leer. Kein Wort, gar nichts.
Sein Blick senkt sich, er starrt wartend auf die leere Seite.
Wie von Geisterhand schreibt sich ein Name in das Buch, gleich daneben erscheint der Ort.
Der Mann klappt mit einer Hand das Buch zu, sieht auf und stürzt sich in die Menschenmenge.
Er muss die Person finden. Seine Pupillen weiten sich,
sein Blick schärft sich all seine Gedanken sind Konzentriert aus seinen Job gerichtet.
Seine Arbeit ist schmutzig doch muss sie getan werden.
Der Mann beginnt von seinem Job, seinem Leben zu erzählen. Seinem Leben als TOD.
Ein Anfang dieses Lebens existiert nicht,
und sollte es ihn doch irgendwann gegeben haben,
so kann ich mich nicht daran erinnern.
Die einzigen Bilder der Erinnerung, die mir durch den Kopf ziehen,
sind die von Menschen, denen das Leben soeben aus dem Körper entfährt.
Der letzte Ausdrcuk auf ihren Gesichtern, der langsam verblasst. Der letzte Atemzug.
Die einen, die sich gegen ihr Schicksal noch wehren, die anderen,
die sich mit jenem schon abgefunden haben.
Wenn ich mich dann über sie beuge und die Seele aus ihrem Körper hinausziehe,
merke ich ob der Mensch schon bereit war oder nicht.
Ältere, die schon lange auf mich gewartet hatten,
deren Sehnsucht ich schon Jahre zuvor verspüren konnte,
da reichte schon ein Hauch und ich hatte die Seele.
Problemem bereiten mir die, die noch dachten, alle vor sich zu haben,
die noch an anderen Menschen oder materiellen Dingen hingen.
Bei denen muss ich meine ganze Kraft aufwenden.
Was mir das Ganze noch erschwert, ist, dass mir selbst der Wille dazu fehlt.
Diese Gedanken erträgt er nicht. Er muss weg. Langsam verschwindet er im Dunklen.
Er ist seiner Arbeit müde. Er kann sich nicht
erinnern, dass es jemals anders war.
Vielleicht war es früher einfach nur Routine,
sein Dasein besteht aus nichts anderem als siener Arbeit.
Er wandert unter den Menschen umher, ziellos wie es scheint.
Unmerklich nähert er sich dem Ort, den ihm sein Büchlein nannte.
Er findet keinen Sinn in seinem Handeln. Er ist nur ein Handlanger,
der Handlanger eines in Leder gebundenen Buches.
Er kommt an der genannten Stelle an, sieht den Träger des Namens und fühlt bereits,
wie es zu dessen Ende kommen wird. Der Mensch hat noch keine Ahnung, denk er schweren Herzens.
Er ist verwirrt, wie kann er empfinden? Bislang dachte er,
sich durch absolute Emotionslosigkeit allein von dem menschlichen Geschlecht abzuheben.
Plötzlich weiß er, was zu tun ist. Der Mensch genießt die Augenblicke, verständlich,
denn seine kleine Tochter sitzt neben ihm im Gras. Sie bemerken, dass es zu trö
Sie packen rasch ihre sieben Sachen, offenbar haben die beiden ein Picknick im abendrot gemacht.
Die Kleine stopft die ganzen Sachen in den Rucksack, während der Vater losrennt um das Auto zu holen.
Sie stopft gerade noch die Decke hinein, als sie vor Schreck den Rucksack fallen lässt,
weil sie quietschende Reifen aus der Richtung ihres Vaters vernimmt.
Taub vor Schock rennt sie so schnell, dass sie meint u fliegen, zum Ort des Geschehens.
Dort trifft sie nur auf einen völlig perplexen alten Mann,
anscheinend der Fahrer des notgebremsten Wagens.
Das Mädchen blickt verschreckt herum, sie kann ihren Vater nirgneds finden.
Eine alte Dame steigt zitternd aus dem Wagen. Sie fragt den Fahrer nach dem Mann.
Welcher Mann?, ruft das Mädchen hysterisch. Der Mann, der Mann.., stammelt die alte Frau.
Der Mann, den ich gerade überfahren habe, flüstert der Greis mehr zu sich selbst als zu den anderen.
Doch niemand ist da, bis auf die drei zutiefst verängstigten Personen.
Das ergraute Pärchen beruhigt sich gegenseitig, denn wo es kein Opfer gibt,
gibt es auch kein Verbrechen. Die Kleine wird immer ruhiger.
Auf einmal wird ihr bewusst, dass sie gar nichts mehr fühlt.
Kein Bedauern, keinen Schmerz, kein Mitleid, nur völlige Leere.
Unbewusst dreht sie sich um, geht zurück zu ihrem Rucksack, will die Decke wieder einpacken.
Sie wundert sich, dass die Decke so schwer geworden ist und schiebt es vorerst auf den Regen.
Doch mit einem Platschen fällt etwas aus der Decke in eine Wasserlacke im Gras.
Sie blickt zu Boden und hebt ein Buch auf. Es ist völlig trocken.
Vermutlich perlten die Wassertropfen vom Ledereinband ab.
©Zeller&Songerber&Schantl08







--
check my latest work [link]
--
"There is no failure except in no longer trying." --Elbert Hubbard
my tries: [link]
--
"There is no failure except in no longer trying." --Elbert Hubbard
my tries: [link]
--
less is more..
Previous Page12345...Next Page